Konditorei

Alles was das Herz begehrt finden Sie in unserer Konditorei - täglich eine grosse Auswahl an frischen Rahmtorten, Patisserie, Canapés etc.


Wissenswertes über die Bündner Zuckerbäcker-Tradition

Die Zuckerbäcker aus Graubünden galten über lange Zeit in ganz Europa als herausragende Vertreter ihrer Zunft. In ihren Konditoreien an bester Lage verführten sie die Kundschaft mit sorgsam angefertigtem Marzipan, feinster Schokolade, kunstvollem Konfekt und Tafelschmuck, meisterhaften Kuchen, erfrischenden Limonaden, sommerlichen Eisspezialitäten, aromatischem Kaffee und anderen Köstlichkeiten.

Von der wirtschaftlichen Not zur Auswanderung gezwungen, eroberten die bodenständigen Männer aus den Bergen die Herzen der Schleckmäuler von Spanien bis Russland. Um 1740 hielten sich mehr als 3000 BündnerInnen in der Lagunenstadt Venedig auf. Viele von ihnen hatten sich auf den Kaffee­ausschank und die Zuckerbäckerei ver­legt. Sie gelten sogar als die Ersten, die Kaffee öffentlich als Genussmittel servierten. Bald dominierten sie diesen Geschäftsbereich absolut. Zu dieser Zeit waren von den 42 Konditoreien der Stadt 39 in Bündner Hand. Diese ertragreiche Bündner Aussenwirtschaft fand 1766 ein jähes Ende, als sich Chur und Venedig zerstritten. Die Bündner­Innen mussten die Stadt verlassen. Sie mussten erneut ihre Koffer packen und in die Fremde ziehen.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten verteilten sie sich über ganz Europa. In mehr als 250 europäischen Städten eröffneten sie ihre exklusiven Konditoreien und Cafés an bester Lage und erwarben sich bald einen legendären Ruf. Ihr Erfolgsrezept beruhte auf harter Arbeit und Sparsamkeit, einer ausgesprochenen Anpassungsfähigkeit an die fremden Sitten und Gepflogenheiten, geschickten Investitionsstrategien und Teilhabersystemen – und nicht zuletzt auf einer bemerkenswerten Vernetzung mit ihren Landsleuten.